Erste Begegnung

Wir sind uns fremd und doch schon eine Einheit

kann kaum erwarten

bis du bist in Freiheit

Freiheit war ein gutes Wort

bevor sie in dem Zweck gebraucht

denn die Welt ist bloß ein böser Ort

Ich fürchte schon dich raus zu lassen

und damit die ein oder andere Stunde

dich zu hüten zu verpassen

Nun bist du wohl gehütet

unter meiner Brust

weit entfernt vom Donner der im Leben wütet

Dennoch erwarte ich mit Spannung

den herbeigesehnten Tag

unserer ersten Begegnung

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Heimat

Warum müsst ihr jene verfluchen

die hilflos eine Heimat suchen

in der sie niemals anerkannt

sie stehen mit dem Rücken

doch schon an der Wand

Warum reicht ihr nicht die Hand

sondern spannt ein Band

das sie von uns noch weiter trennt

als ob sie gerne sind

in einem Land das ihr Problem nicht beim Namen nennt

Warum könnt ihr nicht versuchen

statt sie zu verfluchen

ihre Gründe für das Fliehen

zu verstehen dann hättet ihr ihnen wenigsten eine zeitlang

eine Heimat geliehen

Plage

Ist die Liebe eine Plage

sag

es ist schwer auszuhalten

dass ich meine Hände hab zum Beten gefalten

und doch nicht besser wird

was von innen mich maldriert

wie kann ich es erklären

es ist zu kompliziert

genau wie sich dagegen zu wehren

Ist die Liebe eine Plage

sag

wenn alles hängt an einem Wort

und seiner Stimmung

ist es gar kein Zufluchtsort

den ich in Verzweiflung such

sondern einer

auf den ich hin und wieder fluch´

aber ich kann es nicht erklären

es ist zu widersprüchlich

denn ich muss mich davon nähren

Ist die Liebe eine Plage

sag

auf die ich kann nicht mehr verzichten

sie ist schön und gleichermaßen vollgestopft

mit tausend gutgemeinten Pflichten

ich will dem Druss entkommen

will das Leben leben

und fühl mich stetig wie benommen

ich will es nicht erklären

verstehen tu ich´s nicht

ich muss es wohl noch lernen

Rückwärts

Um alles zu verstehen

musst du das Leben

rückwärts sehen

um es en detail zu begreifen

darfst du dich nicht

auf das Alte versteifen

um es zu verstehen

müssen Winde anders wehen

du kannst sie nicht mehr drehen

das gilt es zu verstehen

nur musst du damit leben

und dass das gelingt

ist wahrlich nicht jedem gegeben

Herzen

Wir reden über dies und das

doch nicht was unsere Herzen sprechen

wir reden über Gott und die Welt

doch nicht was unsere Herzen brechen

Wir reden übers Wetter

doch nicht was unsere Gefühle erstarren lässt

wir reden über die anderen

doch nicht was sie über uns sagen

Wir reden über Familie

doch nicht was uns zu einer macht

wir reden über Tragödien

doch nicht die unsern wirklich

Wir reden niemals über Liebe

dabei ist das was unsere Herzen sprechen

wir reden niemals über das Elend

das unsere Herzen brechen

Ach so schlau

Ach so schlau

Ihr erklärt mir dir Welt

versteht

oder wollt es nicht

Fragezeichen seh ich in eurem Gesicht

Ach so schlau sind die Ratschläge

die ihr gibt

und ihr mir beichtet

bis auch ich beginne, an meinen Träumen säge

besser wisst ihr immer

könntet

und würdet anders handeln

damit macht ihr´s nur noch schlimmer

ach so schlau redet ihr mir zu

was ich machen solle

habt ihr denn gemacht?

eure Coolness verschwindet im Nu

Unruhiger Geist

Ständige Sorgen sich kreisen

in meinem Kopf und

mich meiner Gefühle verweisen

sie verfolgen mich

es ist eine einzige Qual

doch ich frage dich

hab ich eine andere Wahl?

Sie lassen meinen Geist nicht ruhen

ich fühle mich mögest du mir verzeihen

wie in viel zu kleinen Schuhen

wer hat mir diese Bürden aufgetragen

wer nimmt sie wieder fort

ich traue mich nicht es zuzugeben

doch möcht ich nicht versagen

ich bin stark

das sollst du glauben

es nicht zu sein

kann ich mir nämlich nicht erlauben

Emotionen sind verblasst

sie zu zeigen

das ist mir verhasst

ihnen nachzugehen

ich würde es so gern

doch ist vor meinen Augen zu sehen

nur dieser Turm

voll Arbeit und Fleiß

gleicht einem aufbrausendem Sturm

ihm zu entkommen endet nur im Teufelskreis

zu empfinden Genuss

fehlt mir genauso wie diese Lust

während ich spüre auf meiner Wange

den Kuss

der mich von Elend soll erlösen

stattdessen ist alles was ich dir gebe

einen leeren Blick

deine Worte erreichen mich nicht – vergebe

deine Bemühen bleiben verborgen

hinter dem Geist vor meinem Gesicht mit den täglichen Sorgen

Du fragst dich wie das Unheil heißt

das mich befallen

ich kann dir sagen

es ist der unruhige Geist

der in mich gedrungen

und gemacht was aus mir geworden

glaub mir beileibe

würd ich ihn gerne gnadenlos ermorden